Hmmm. Jetzt ist´s noch frisch. Der letzte Abend. Also, gestern Abend.
Eisregen, Sturm, draußen. November halt.
Drinnen surren der Gas- und Elektroofen. Eine Gite in Südfrankreich in den Bergen.
Jetzt braucht´s was Warmes.
Vorspeise? Laß ich heute weg.
Putenschnitzel sind noch da.
Dann gibt´s heute:
Putenschnitzel halal im Kartoffelmantel an Linsen und Sellerie.
Die schönen, roten Kartoffeln Franceline…, Sellerie, Linsen „Lentille verte du Berry“ im Glas, die sind so schön mit Gewürzen (kein Glutamat etc.) und Karöttchen und etwas Fond vom Schwein vorbereitet.
Voilá, Petersilie (die Blättchen) als Deko für die strahlend-weissen Teller. Rechteckig, eben diese Ecken sind gerundet. Geht was drauf…
Mein erstes Mal!- Wer erinnert sich schon noch daran? – Mein erstes Mal Kartoffelmantel.
Mantel & Winter – Harmonie für Magen und Gefühl.
Und jetzt das Rezept (für 2 Personen):
Doch zunächst (für die Stimmung) zwei selbstgemachte Bienenwachskerzen (will jemand das Rezept?)
Platzdecken & Servietten nach Wahl und die Teller gut anwärmen!
Unsere professionellen Warmhalteplatten sind noch im Umzugsgepäck, also nehme ich die Teelichthalter mit Schieferplatten drauf.
Halt! Der Wein. Dekantieren? Nun, es ist ein Weißwein. Gut. Öffnen. Sauerstoff. Riechen. Ahhhh!
4-500 gr Kartoffeln. Vorwiegend festkochend, davon 2/3 in Meersalzwasser, so 2 EL, kochen (ich bevorzuge die Methode der papas-arrugadas), also mit Schale und knapp mit Wasser bedeckt so lange kochen lassen ,bis das Wasser verdampft ist und das Salz eine erregende Kruste um die Kartoffelschalen bildet, heute allerdings, da die Früchtchen gestampft/zerdrückt werden, gieß ich das Wasser ab., das restl. Drittel roh fein reiben und in Küchentuch, zum Abtropfen.
1 Ei
3-4 EL Kart.pureepulver (oder Mehl) als Binder
Je ca. ½ TL Meersalz, Pfeffer, Muskat
Ei und Gewürze verquirlen, gestampfte, abgekühlte Kart. drunterrühren, frische Kart.
und das Mehl dazu.
300 gr (je nach Hunger) Putensteaks oder auch Schwein, trockentupfen
3-4 Selleriestangen (Staude)
1 Glas (Dose) oder frische Linsen, dann eben würzen…
Ca. 3-4 EL feingehackte Petersilienstengel
1 Knoblauchzehe, gehackt
Fleisch in heißem Olivenöl knackig von beiden Seiten anbraten (ja ca. 5 min)
Pfeffer aus der Mühle drauf, auf Tuch abtropfen und etwas abkühlen lassen,
dann mit feuchten Händen , die Kartoffelmasse um das Fleisch formen, bis es gut
eingebettet ist.
Sellerie waschen, die äußeren, unteren Fasern leicht abziehen und die Stauden der Länge nach vierteln oder sechseln… und auch in heißem Olivenöl im Topf so anbraten, das sie noch Biss haben (10 ca. min). Dann auf die Warmhalteplatte.
Für die Linsen einen Topf mit ebenfalls heißem Olivenöl , da rein Knoblauch und Petersilie, anbraten, mit etwas Wasser ablöschen und die Linsen hinzu; leicht köcheln lassen und dann auf Warmhalteplatte. Und dann alles liebevoll auf den Tellern „An“ anrichten.
Der Wein, der Wein!
Ja, heute nehmen wir einen 2009 Riesling feinherb „Kalkstein“ vom Weingut Russbach in Eppelsheim/Rheinhessen.
Warum denn keinen Franzosen? Mon dieu!
Also, 1. haben wir noch keinen passenden Weißen hier in der Gegend gefunden und Alsace, Jura und Bourgogne sind zu weit zur Degoustation.
2. Durch die häufige Sitte der Mischung von 3-4 Rebsorten in der Flasche entsteht oft ein zwar vordergründig mächtiges, doch undefinierbares ´Weingetränk-
„was will ich eigentlich“?
Wir bevorzugen Sortenreinheit, Eleganz, Finesse, Zartgliedrigkeit und einen Geschmack, der auch im Abgang die Aromen noch mit Freude im Gaumen tanzen und uns, in Erwartung des nächsten Schlucks, erwartungsvoll vibrieren lässt. Es ist der Riesling. Wobei der apfelfrische, spritzig –junge Weissburgunder aus dem gleichen Haus es auch getan hätte…
Und morgen, gleich morgen, suche ich mir (und uns) als alter weinschmeckender Rheinhesse,
meinen Winzer. Hier!
Bon appétit.